
Künstliche Intelligenz (KI) ist kein Hype, sondern die wichtigste Zukunftstechnologie!
So zumindest urteilen 81% der befragten Unternehmen und 67% der befragten Privatpersonen in der kürzlich erschienen Studie „Künstliche Intelligenz in Deutschland – Perspektiven aus Bevölkerung und Unternehmen“ des Bitkom e.V [1].
Sicher ist, dass generative KI mit weiter zunehmender Geschwindigkeit die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten und auch die Bedeutung ganzer Geschäftsmodelle und Branchen verändert. Dabei reichen die Einsatzmöglichkeiten von der bekannten Verarbeitung und Erstellung von Texten und Dokumenten über die Datenanalyse und die Automatisierung von Routineaufgaben bis hin zur Unterstützung komplexer Entscheidungen. Neben weithin bekannten Werkzeugen wie ChatGPT, Microsoft Copilot oder Google Gemini haben auch spezialisierte KI-Lösungen innerhalb kürzester Zeit Einzug in den Arbeitsalltag vieler Unternehmen und Beschäftigter gehalten [2]. Im Vergleich zu 2024 hat sich der Anteil der KI-nutzenden Unternehmen von 20% auf 36% nahezu verdoppelt und weitere 47% planen oder diskutieren zumindest den Einsatz [3]. Doch die Implementierung und Verwendung künstlicher Intelligenz erfolgen viel zu oft noch unkontrolliert und ohne klare Strategie. Dadurch realisieren viele Unternehmen nur einen Bruchteil des möglichen Potenzials und laufen zugleich Gefahr, sowohl den Anschluss zu verlieren als auch regulatorische Anforderungen zu verfehlen.
Vor diesem Hintergrund möchten wir Ihnen jedoch keine Anleitung zum allgemeinen Umgang mit KI geben, sondern das Thema insbesondere im Kontext von Managementsystemen betrachten. Für Unternehmen besteht dabei aus unserer Sicht eine dreifache Relevanz:
Regulativ: Der europäische AI Act (KI-Verordnung) ist seit August 2024 in Kraft und entfaltet schrittweise seine Wirkung. Erste Anforderungen wie das Verbot bestimmter KI-Systeme und die KI-Kompetenzpflicht gelten bereits seit Februar 2025. Erst im Februar 2026 hat Deutschland mit dem KI-Marktüberwachungs- und Innovationsförderungsgesetz (KI-MIG) auch die nationale Umsetzung auf den Weg gebracht.
Normativ: Mit der ISO/IEC 42001:2023 liegt der weltweit erste Standard für KI-Managementsysteme und systematische KI-Governance vor. Er unterstützt Unternehmen bei der systematischen und rechtskonformen Entwicklung, Verwendung, Überwachung und Vermarktung von KI-Systemen. Dank der harmonisierten Struktur lässt er sich nahtlos in bestehende Managementsysteme integrieren.
Operativ: KI bietet erhebliche Potenziale, den Aufbau und Betrieb von Managementsystemen und damit nahezu alle von Ihnen geregelten Geschäftsprozesse effizienter, datenbasierter und wirksamer zu gestalten. Von der Informationsrecherche und Dokumentenerstellung, über die Bereitstellung und Auffindbarkeit interner Regelungen, bis hin zu KI-gestützten Audits, Prozessautomatisierungen oder teilautonomen Agenten. Gleichzeitig verändert die Technologie nach unserer Ansicht die Inhalte, Adressaten und Zugänge von Managementsystemen und deren Dokumentation.
Dieses Whitepaper gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über den aktuellen regulatorischen Rahmen, die Möglichkeiten einer effektiven KI-Governance sowie Ideen und Beispiele für konkrete Anwendungsmöglichkeiten von KI im Kontext Ihrer Managementsysteme. Es richtet sich an die Geschäftsleitung und Entscheider, Managementsystembeauftragte und alle Interessierten, die ihr Unternehmen rechts- und zukunftssicher aufstellen möchten.
[1] Künstliche Intelligenz in Deutschland – Perspektiven aus Bevölkerung und Unternehmen, Studie des Bitkom e.V.
[2] Seite 32 der Studie „Künstliche Intelligenz in Deutschland – Perspektiven aus Bevölkerung und Unternehmen“ des Bitkom e.V
[3] Seite 25 der Studie „Künstliche Intelligenz in Deutschland – Perspektiven aus Bevölkerung und Unternehmen“ des Bitkom e.V
